Geschichte

 

Das Städtische Orchester St. Ingbert (Saarland) konnte im Jahr 2012 den 100. Jahrestag seiner Gründung feiern.

 

Am 28.Oktober 1912 fand das 1. Konzert des "Orchestervereins St. Ingbert" vor geladenen Gästen statt. Der große Erfolg ermutigte die Gründer die Arbeit fortzusetzen und der Verein fand immer mehr Zuspruch. Nach dem 1. Weltkrieg  wurden ab 1920 bereits wieder öffentliche Konzerte gegeben. Bis 1938 ging der Verein durch einige Höhen und Tiefen: es wird von etlichen bemerkenswerten Konzerten berichtet, aber auch  finanzielle Krisen mussten bewältigt werden.


Nach dem 2. Weltkrieg wurde vorerst jede Vereinstätigkeit  durch die Militärregierung verboten. Aber bereits 1946 durfte ein neuer Verein gegründet werden ---dieser Verein  trug  den Namen "Städtisches Orchester St. Ingbert" und  war eine Weile der einzige kulturtreibende Verein, der in St. Ingbert zugelassen war.


Etliche sehr engagierte Vorsitzende und Dirigenten haben das Liebhaber-Orchester bis heute kontinuierlich ausgebaut und den Verein mit  sehr viel Leben erfüllt. Seit dem 22. Mai 1965 bestreitet das Städt. Orchester St. Ingbert zwei recht große Konzerte in der Stadthalle St. Ingbert pro Jahr im Rahmen des Kulturrings der Stadt. Dazu kommen Engagements bei Chören  für Kammermusikgruppen,  die sich spontan je nach Bedarf bilden.


 


Pressebericht zum Jubiläums-Festakt des Städt. Orchesters und des Pfarrorchesters Rohrbach

Saarbrücker Zeitung vom 13.03.2012       -con-

 

Eine Personalunion, die Musik-Fans begeistert

Sie sind 50 und 100 Jahre alt geworden und feierten den Anlass gemeinsam: das Städtische Orchester St. Ingbert und das Pfarrorchester Rohrbach hatten viele Gäste zum Geburtstag, die die beiden Klangkörper würdigten.

 

Trotz des fortgeschrittenen Alters  beider Jubilare gestaltete sich die gemeinsame Geburtstagsfeier..........überaus dynamisch. Diese begann am Sonntag bereits mit dem Festgottesdienst und wurde im Jugendheim in Rohrbach mit einem Empfang fortgestetzt.Welchen Stellenwert beide Klangkörper einnehmen, zeigte schon ein Blick auf die Gästeliste, auf der Vertreter aus Politik, Kirche und Vereinen standen. Auch Musiker der ersten Stunde des Pfarrorchesters waren zu der Feier gekommen. Und so wie Orchester mit ihren Darbietungen unterhalten, gab es zur Gäste- Erbauung durchaus fröhliche launige Reden für die Jubilare. Auch wenn die erste Vorsitzende,Ulrike Hempelmann traurig darüber ist, "dass wir ohne Aushilfen gar nicht mehr spielfähig sind", ist sie doch optimistisch, "da sich doch irgendwie immer noch ein Geiger findet." Dabei sei es dem Engagement von Norbert Feibel zu verdanken, dass beide Orchester immer wieder mit zahlreichen Auftritten begeistern. Feibel erinnerte an die Anfänge, bei denen "wohl keiner daran dachte, dass es mal so lange Bestand haben würde." Vor 25 Jahren reifte die Idee, Musiker beider Orchester zusammenzuführen...........

"Ohne Städtisches Orchester wäre unsere Stadt unvollkommen", so Oberbürgermeister Jung in der Festschrift.Minister Stephan Toscani lobte die große musikalische Bandbreite: "Streicher und Bläser sind vereint, weltliche und kirchliche Musik wird gespielt....... Sie untermauern damit Ihre musikalische Klasse und Bedeutung." Landrat Clemens Lindemann freute es vor allem "dass gerade Rohrbach und St. Ingbert eine gemeinsame Sprache gefunden haben, die sogar politische Unebenheiten überwindet. Wer musiziert, verträgt sich und braucht keinen Dolmetscher." Mit der Festschrift ging er nicht ganz konform: "Ich wünsche Euch, dass beim 110. oder 125. Geburtstag Euer letzter Satz nicht wie jetzt lautet ,........"das macht die Sache nur noch hoffnungsloser." Die Aussage bezog sich zwar auf den Nachwuchsmangel, aber er wünsche sich mehr Optimismus. Auch wenn die Finanzen nicht rosig sind, wie dem Satz "nur äußerste Sparsamkeit kann uns vor dem Zusammenbruch retten" (Anmerkung des Vereins:Dieses Zitat stammt aus den 1920er Jahren) .....konnten sich die Geburtstagskinder doch über Geldgeschenke freuen, die zum Teil für neue Noten verwendet werden.